Die Leuchtenfamilie GEMA wurde 2023 erstmals vorgestellt. Ihr charakteristischer Keramikschirm entstand ursprünglich in Portugal, einem Land mit einer tief verankerten Keramiktradition.
Mit behutsamer Präzision wurde GEMA nun weiterentwickelt. Der Schirm wird künftig aus Porzellan gefertigt – einem Material, das heißer und dichter gebrannt wird als Keramik und dadurch besondere Beständigkeit erhält. Auch die Produktion verlagert sich: Ab 2026 entsteht der Schirm in einer Manufaktur in Oberfranken in neuer Ausführung.
Der Herstellungsprozess beginnt mit dem Modell, aus dem die Gipsform entsteht. Diese wird mit flüssiger Porzellanmasse gefüllt, die sich langsam an den Innenwänden absetzt. Während die Masse ruht, bildet sich nach und nach die Wandstärke aus. Sobald der richtige Zeitpunkt erreicht ist, wird der Überschuss abgegossen und der noch rohe Schirm vorsichtig entformt.
In den darauffolgenden Arbeitsschritten wird der Körper präzise weiterbearbeitet: Die Öffnung für das Kabel entsteht, Oberflächen werden geglättet, Konturen nachgeschärft. Jeder Handgriff dient der ruhigen, gleichmäßigen Erscheinung, die den Charakter von GEMA prägt.
Nach der ersten Formgebung durchläuft der Porzellankörper den Glühbrand. Dieser stabilisiert das Material und bereitet die Oberfläche auf die folgende Veredelung vor. Anschließend wird eine Engobe aufgetragen – eine stark verdünnte Porzellanmasse, fein eingefärbt mit mineralischen Pigmenten. Sie verbindet sich homogen mit dem Schirm und stellt sicher, dass sowohl Körper als auch Oberfläche aus derselben Materialbasis bestehen.
Im anschließenden Brennprozess verdichtet sich das Porzellan weiter und der Schirm schrumpft um rund fünfzehn Prozent auf seine finale Größe.
Die Porzellanausführung verleiht der Leuchtenfamilie eine neue Materialpoesie. Sie verbindet Klarheit mit Wärme, technische Präzision mit handwerklicher Sanftheit – und macht GEMA zu einem Objekt, das Räume nicht nur erhellt, sondern atmosphärisch trägt.
Fotografie von Stefanie Kuhnlein